{"id":871,"date":"2017-02-25T16:45:00","date_gmt":"2017-02-25T15:45:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.combase.de\/?p=871"},"modified":"2021-11-26T09:23:24","modified_gmt":"2021-11-26T08:23:24","slug":"kassendaten-in-der-cloud-ein-paradigmenwechsel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/beta.combase.de\/?p=871","title":{"rendered":"Die Kassendaten in der Cloud? Ein Paradigmenwechsel."},"content":{"rendered":"\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Es vergeht kaum ein Tag, an welchem keine Meldungen \u00fcber Software as a Service (SaaS) ver\u00f6ffentlicht werden. Im Bereich der Warenwirtschafts- und Kassensysteme vollzieht sich ebenfalls gerade ein Paradigmenwechsel. Umso wichtiger wird es, sich mit den wesentlichen Grundlagen dieses neuen Modells f\u00fcr Softwarebereitstellung am Point of Sale auseinanderzusetzen.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>K\u00f6nnen Sie sich vorstellen, dass Ihre wichtigen Verkaufsdaten auf Servern au\u00dferhalb Ihres Einflussbereichs gespeichert werden? Dass Sie Software f\u00fcr Ihr Filialmanagement einsetzen, jedoch keine eigenen Server besitzen und betreiben, die Software nicht kaufen, sich nicht selbst um Datensicherung und Verf\u00fcgbarkeit k\u00fcmmern und trotzdem ruhig schlafen? Viele Unternehmer aus den Bereichen Einzelhandel oder Systemgastronomie k\u00f6nnen dies inzwischen. Und t\u00e4glich werden es mehr. Dabei handelt es sich nicht nur um kleine Internetaffine Einzelh\u00e4ndler, sondern immer h\u00e4ufiger um etablierte, \u00fcberregional t\u00e4tige Filialunternehmen, die die Zeichen der Zeit erkannt haben und auf dieses Modell setzen. In nicht allzu ferner Zukunft, wir sprechen von f\u00fcnf bis zehn Jahren, wird wahrscheinlich der gr\u00f6\u00dfte Teil der POS-Anwendungen im Software-as-a-Service Modell (SaaS) betrieben werden.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>SaaS ist l\u00e4ngst Alltag<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Software as a Service ist nicht einfach Mietsoftware, wie das Prinzip oft erkl\u00e4rt wird. Es handelt sich dabei auch nicht um einen gehosteten Server, sondern um eine grundlegend auf die M\u00f6glichkeiten und Vorteile des Internets ausgelegte Software- und Systemarchitektur mit dazugeh\u00f6rendem Gesch\u00e4ftsmodell.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Grundidee ist denkbar einfach und aus dem Alltag bekannt. Jedes Mal, wenn wir bei Amazon oder Ebay kaufen oder eine Suche bei Google starten, benutzen wir Software as a Service. Auch wenn wir eine \u00dcberweisung via Internetbanking vornehmen oder eine E-Mail \u00fcber GMail oder GMX versenden, bedienen wir eine Software, die uns als Service zur Verf\u00fcgung gestellt wird. Millionen von Anwendern nutzen in diesen F\u00e4llen dieselbe Applikation auf einer gemeinsamen Infrastruktur und verwenden nichts anderes als den Webbrowser, um mit der Anwendung zu arbeiten. Genau dieses Prinzip liegt dem SaaS-Model zugrunde.<\/p>\n\n\n\n<p>Immer mehr Software-Hersteller vor allem in den USA haben begonnen, diese Vision f\u00fcr Kassensysteme konsequent umzusetzen. Was vor einigen Jahren als relativ simple Erweiterung der klassischen POS-L\u00f6sungen mit wenigen Funktionen begann, ist heute eine komplette Applikationsplattform f\u00fcr den Einzelhandel. Weltweit agierende Hersteller,&nbsp;unter anderem Micros, NCR oder IBM, bieten&nbsp;inzwischen erfolgreich SaaS-L\u00f6sungen an. Aber auch hierzulande entstehen immer mehr Kassenanwendungen wie zum Beispiel die Cloud-L\u00f6sung der Dresdener Combase AG, die mit ihrem Konzept auch international erfolgreich ist.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>SaaS ist nicht ASP<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>In Deutschland wird das SaaS-Paradigma meistens mit dem als Gesch\u00e4ftsmodell gescheiterten ASP (Application Service Providing) in Verbindung gebracht. Es wird teilweise sogar behauptet, SaaS sei nur alter Wein in neuen Schl\u00e4uchen. Der wesentliche und sehr wichtige Unterschied zu ASP ist aber die den echten SaaS-Systemen zugrunde liegende Multi-Tenancy-Systemarchitektur mit den dazugeh\u00f6renden Gesch\u00e4ftsmodellen.<\/p>\n\n\n\n<p>Am besten vergleichen wir die SaaS-Idee mit der Art und Weise, wie wir Flugzeuge benutzen. Die meisten Leute unterhalten kein eigenes Flugzeug f\u00fcr ihre Reisen, sondern nutzen diese von spezialisierten Fluggesellschaften bei Bedarf. Beim Bedienen ihrer Kunden mit dem Service Flugreise halten die Airlines aber nicht f\u00fcr jeden Kunden einen separates Flugzeug bereit (ASP), sondern stellen durch gr\u00f6\u00dfere Maschinen oder h\u00e4ufigere Verbindungen einfach gen\u00fcgend Sitzpl\u00e4tze bereit, die dann an die Kunden verteilt werden (SaaS).&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Die gescheiterten ASP-Anbieter haben demgegen\u00fcber auf das sogenannte Single-Tenancy-Modell gesetzt. Dabei verf\u00fcgt jeder Kunde letztlich \u00fcber seine eigene Infrastruktur, nur nicht bei sich im Haus. Die ASP-Anbieter haben also, um mit dem obigen Beispiel zu sprechen, f\u00fcr jeden Kunden eigenes Flugzeug vorgehalten. Was nat\u00fcrlich kaum zu Kostenvorteilen f\u00fchrt, sondern im Gegenteil die Kosten durch den zus\u00e4tzlichen Kommunikationsaufwand mit dem ASP-Anbieter noch erh\u00f6ht.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Multi-Tenancy-Modell betreibt der SaaS-Anbieter eine Plattform f\u00fcr alle Kunden, unter dessen Dach diese ihren Platz finden. Dieser Unterschied hat gravierende Folgen und sollte auf jeden Fall betrachtet werden. Denn hier entsteht ein&nbsp;entscheidender Vorteil. Bestimmte Funktionen, die eine hohe Rechenleistung ben\u00f6tigen, wie ABC-Analysen, automatische Sortimentsbereinigungen oder Umsatzprognosen, stehen nicht mehr nur den gro\u00dfen Filialunternehmen zur Verf\u00fcgung, sondern auch dem kleinen Laden mit nur einer Kasse. F\u00fcr viele Unternehmer bedeutet SaaS auch einfach nur viel mehr Freiheit, weil sie ihre wichtigen Unternehmenskennzahlen auch von zu Hause oder im Urlaub einsehen und steuern k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Auswahl einer SaaS-Kasse<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Wie bei jeder Auswahl eines Gesch\u00e4ftspartners sollte auch vor dem Einsatz einer SaaS-Kassenanwendung der Anbieter auf Seriosit\u00e4t und Professionalit\u00e4t gepr\u00fcft werden. Die wichtigsten Kriterien sind dabei:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Angaben zur Systemarchitektur, was z.B. passiert, wenn das Internet im Gesch\u00e4ft mal nicht verf\u00fcgbar ist? Kann an den Kassen problemlos weiterverkauft werden? Einige L\u00f6sungen setzen auf eine permanent vorhandene Internetverbindung. in den Filialen. Hier ist Vorsicht geboten.<\/li><li>Die Anzahl und Art der Kunden, die das System bereits einsetzen, der Zeitpunkt der Markteinf\u00fchrung, Angaben \u00fcber Infrastrukturinvestitionen und die Verf\u00fcgbarkeit der Plattform geben dabei gute Anhaltspunkte.<\/li><li>Wichtig ist auch die Frage, ob die Daten jederzeit und ohne Inanspruchnahme von Mitarbeitern des SaaS-Anbieters in Standardformaten (XML, CSV) exportiert werden k\u00f6nnen.<\/li><li>Ist das System gut anpassbar? L\u00e4sst sich in der Kassensoftware eine individuelle Organisationsstruktur exakt abbilden? Werden tempor\u00e4r mehr oder weniger Kassen ben\u00f6tigt werden, sollte dies variabel m\u00f6glich sein. Auch die Kosten f\u00fcr Hotline und Wartung sollten sich immer dem aktuellen Mengenger\u00fcst anpassen.<\/li><li>Die Sicherheit des Systems, denn die Abrechnungen enthalten sensible Daten. Die SaaS-Anwendung sollte zwingend durch ein Zertifikat verifiziert sein, welches an der Gr\u00fcnf\u00e4rbung der Eingabezeile der meisten Browser erkennbar ist.&nbsp;<\/li><li>Wo liegen die Daten genau? Werden die Server durch den Anbieter direkt administriert. Hier ist wichtig, dass der Anbieter die Konfigurations-, Stamm- und Verkaufsdaten nicht aus der Hand gibt.<\/li><li>L\u00e4sst sich das System mit allen Funktionen testen? Ein SaaS-Provider bietet in der Regel kostenlose Demo-Accounts an. Diese sollten sich online und ohne Intervention des Anbieters einrichten und uneingeschr\u00e4nkt w\u00e4hrend einer gewissen Zeit (meistens 10\u201330 Tage) nutzen lassen.<\/li><li><\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Unter Umst\u00e4nden ist die Zusammenarbeit mit einem auf SaaS spezialisierten POS-Dienstleister gerade in der Testphase sinnvoll, da dieser die Anwendung mit wenig Aufwand auf Ihre Bed\u00fcrfnisse vorkonfigurieren kann, sodass mit den eigenen Daten und Anwendungsf\u00e4llen getestet und gearbeitet werden kann. Der SaaS-Kassenanbieter Combase AG betreibt eigens zur reibungslosen Einf\u00fchrung einer neuen Kassenlandschaft ein ausgekl\u00fcgeltes Partnernetzwerk aus Anbietern von Branchensoftware und Kassenhardware, POS-Dienstleistern vor Ort und empfehlenden Kunden, bei dem alle Beteiligten gewinnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese M\u00f6glichkeit des Testens ohne Anpassung der eigenen IT-Infrastruktur ist \u00fcbrigens ein weiterer Vorteil des SaaS-Modells gegen\u00fcber lokalen Installationen. Es wird lediglich ein Webbrowser ben\u00f6tigt und schon kann mit der Arbeit begonnen werden. Dadurch werden die Projektzeiten f\u00fcr POS-Einf\u00fchrungen massiv reduziert. Die Kassenhardware wird erst beschafft, wenn der Rollout startet. Durch den Umstand, dass die Software nicht gekauft wird, bieten einige Distributoren von Kassenhardware bereits vorinstallierte POS-Terminals an. Ein Kassensystem mit mehreren Hundert Kassenterminals in nur einem Monat einzuf\u00fchren ist keine Seltenheit bei SaaS-Anbietern. Durch so kurze Einf\u00fchrungszeiten sinken nat\u00fcrlich die Projektrisiken und die Projektkosten erheblich.<\/p>\n\n\n\n<p>Fazit: Wer plant, in der n\u00e4chsten Zeit ein Kassensystem einzuf\u00fchren oder zu erneuern, sollte die Alternative POS per SaaS ernsthaft pr\u00fcfen. Der Trend geht jetzt schon eindeutig in diese Richtung. Neben der Einsparung jeglicher Softwareinvestitionen bieten Kassensysteme aus der Cloud heute ein Ma\u00df an Sicherheit, Leistung und Komfort, die es bei klassischen Kasseninstallationen einfach nicht gibt oder die f\u00fcr die meisten Anwender unbezahlbar sind.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Dr.-Ing. D. Schoenheinz, Brandenburgische Technische Universit\u00e4t Cottbus.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es vergeht kaum ein Tag, an welchem keine Meldungen \u00fcber Software as a Service (SaaS) ver\u00f6ffentlicht werden. Im Bereich der Warenwirtschafts- und Kassensysteme vollzieht sich ebenfalls gerade ein Paradigmenwechsel. Umso wichtiger wird es, sich mit den wesentlichen Grundlagen dieses neuen Modells f\u00fcr Softwarebereitstellung am Point of Sale auseinanderzusetzen. 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